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Allgemeines

Gedankenflocken

am Sonntag, 05 Februar 2012. Gepostet in Allgemeines, Sinn des Lebens

Hallo liebe Leserinnen und Leser...

wenn ihr erlaubt, dann möchte ich hier gerne etwas laut denken. Was ist der Preis, den man dafür zahlt, wenn man seine Interessen verwirklichen darf? Die Aufgabe zahlreicher anderer Interessen? Es muss doch ein Mittelweg möglich sein. Ich spüre, dass ich das Schreiben sehr vermisse, und dass je weiter ich davon wegkomme, ich mir umso mehr vornehme ganz arg viel zu schreiben. Das führt schließlich dazu, dass ich gar keine Lust mehr habe überhaupt einen Text zu beginnen, da ich meine Anforderungen viel zu hoch setze - zu hoch für jemanden, der rein aus Lust und Neigung schreibt...

Ich befinde mich gerade in der glücklichen Position, dass es mir zu beruflichen Zwecken ermöglicht wurde ein weiteres Studium zu beginnen, nämlich in Erziehungswissenschaften - ja, ich bin wieder Erstsemester! Also führe ich nun parallel zu meinem Leben in den frühen Dreißigern das Leben eines Zwanzigers. Das macht mir einen Riesenspaß und ich genieße es mich gründlicher und ausführlicher mit Fragen der Psychologie und des Lernens befassen zu können, als es mir in meinem früheren Studium je möglich war. An der Uni Tübingen nutze ich derweil auch die Möglichkeit um in freien Stunden Veranstaltungen der neuen Islamischen Theologie zu besuchen. All dies bereitet mir in meinem Leben mit meiner lieben Frau, die immer für mich da ist, meiner Familie und meinen Freunden, neben meinem beruflichen Hauptamt als Lehrer und meinem Lieblingshobby als unabhängiger Forscher ein großes Vergnügen. Und doch stelle ich fest, dass das Studium mich auch die Zeit für andere wichtige Dinge kostet...

Warum kann man in diesem Leben nicht alles haben? Oder zumindest von allem ein bisschen, nämlich das Wesentliche, was einen daran fasziniert? Naja, vielleicht geht es ja doch. Nämlich mit einer guten Zeitplanung, einem Blick für das Wesentliche und einem guten Gespür für die eigenen Stärken und Schwächen.

Merke: Wer sich in einem Bereich zu hohe Maßstäbe setzt, macht dort irgendwann gar nichts mehr. So ähnlich fühle ich mich nun gerade beim Schreiben. Ich glaube, wenn ich meine Maßstäbe niedriger ansetzen würde, könnte ich wieder mehr produzieren. Mit "niedrig" meine ich hier lediglich, dass nicht jeder Blogbeitrag das Ergebnis einer gründlichen wissenschaftlichen Recherche sein muss. Ebenso muss es weder ein literarischer Genuss, eine orthographische Glanzleistung oder eine kohärente Abhandlung über das, was die Welt im Innersten zusammnhält, sein.

Das hier sollte mal eine Denkwerkstatt werden, ein laufendes Projekt zu den Fragen und Antworten in meiner eigenen Lebenswirklichkeit, ein Versuch innezuhalten und die Ordnung im Chaos herauszuarbeiten. Ich wollte hier meine Syntheseversuche zum Leben da draußen verschriftlichen, und meine Gedanken über Gott und die Welt mit meinen Lesern teilen. Dieser Blog sollte ein digitaler Notizblock werden, ein Raum des Flows, der harmonischen Rastlosigkeit - und kein druckfertiges Buch, das all vergangenen und künftigen Fragen der Menschheit behandelt und beantwortet.

Nein!

Es gibt eine Menge, das in letzter Zeit passiert ist, und das mich beschäftigt: Die Suche nach dem Higgsteilchen im CERN, die Quantentheorie der Elementarteilchen, der Atomismus in der asch'aritischen Metaphysik, Überlegungen zu den universellen und historischen Aspekten des Korans, die Frage nach Heil und Rechtfertigung, mathematische Aspekte des Korans, das Wirken Gottes in der Natur, der Status der Naturgesetze... Demokratisches und Dummes in der türkischen Politik, das "islamkritische" Manifest von Breivik, Children of the Damned von Iron Maiden... Der bevorstehende Ruhestand meines Vaters, die Babywelle, die in unserem Freundeskreis begonnen hat, die herrliche Sonne trotz saukaltem Wetter da draußen... Freunde, die bald heiraten, Kollegen, die sechzig werden, unser alter Schlagzeuger und mein Kindergartenkumpel, den ich seit Jahren mal wieder besuchen und fragen möchte, ob er noch unsere Aufnahmen aus unserer Bandzeit hat (meine habe ich vor Jahren verliehen - sie sind spurlos verschwunden)... Arabisch lernen, Ghazali und Ibn Rushd im Original lesen, noch tiefer in den Koran eindringen, in ihm aufgehen... Erinnerungen an meine Kindheit, meine Jugend... die Frage, ob ich dort in meinem Leben stehe, wo ich in diesem Alter stehen wollte... mein Vorsatz mich intensiver um mein Verhältnis zu Gott zu kümmern, in jedem Stück der Schöpfung ihn zu sehen, über das Unaussprechbare und Schöne zu meditieren... mein Vorsatz mich gesunder zu ernähren, mehr für meine Mitmenschen und miene Familie da zu sein...

Gedanken, die mein Leben bestimmen, Hoffnungen, die mich jeden Tag begleiten, die mich am Leben halten. Es ist ein schönes Leben, meinem Gott sei Dank. Ich wünsche mir mehr Dankbarkeit, mehr Bescheidenheit, mehr Gelassenheit... mehr Moment, mehr Stille, mehr Gegenwart... mehr Klarheit, mehr Überblick, mehr Einsicht... und ich merke - und das ist ein gewaltiges Gefühl - dass die Formulierung dieses Wunsches bereits der Anfang seiner Erfüllung ist... Al hamdu lillâh...

 

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Ein gesegnetes Opferfest!

am Sonntag, 06 November 2011. Gepostet in Allgemeines, Islamisches Leben

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist der Beginn des viertägigen islamischen Opferfestes - dies möchte ich zum Anlass nehmen euch allen für das rege interesse an meinem kleinen Blog zu danken, auch wenn ich seit einigen Wochen aufgrund von Zeitknappheit keinen neuen Beitrag mehr einstellen konnte. Eine Reihe von Beiträgen ist noch in Vorbereitung und harrt einer letzten Bearbeitung.

Euch allen nunmehr besinnliche Tage und ein gesegnetes Opferfest (sofern relevant für euch)! Bis Mittwoch kann man übrigens seinen muslimischen Bekannten zu diesem Fest gratulieren, das die Opfergeschichte Abrahams aufgreift und zeitlich zum Ende der Pilgerfahrt in Mekka stattfindet.

Bayramınız mübarek olsun!

Eid mubârak!

Herzliche Grüße & Selâm,

Hakan Turan

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Opposition auf Türkisch (auf ZEIT-ONLINE)

am Montag, 02 Mai 2011. Gepostet in Allgemeines, Türkei

Heute ist im Ressort Politik/Ausland von ZEIT-ONLINE ein Kommentar von mir zum aktuellen Wahlkampf in der Türkei erschienen.

Hier geht es zum Artikel.

Und hier ist der Text:

Manchen Umfragen zufolge könnte die AKP bei der Parlamentswahl im Juni bis zu 50 Prozent der Wählerstimmen bekommen. Die Oppositionsparteien verhalten sich daher, als hätten sie nichts zu verlieren, der Wahlkampf erlebt einen dramatischen Niveausturz. Oppositionspolitiker fallen durch die Bank mit Wut-Rhetorik auf, so auch Devlet Bahçeli, Chef der nationalistischen MHP. Vor allem sind es aber Mitglieder der kemalistischen CHP, die in Ihrer Ohnmacht einen wüsten und zornigen Ton anschlagen.

Kemal Kılıçdaroğlu, der neue Vorsitzende der kemalistischen Oppositionspartei CHP, hatte am 25. April vor einer jubelnden Menge in der Stadt Zonguldak den Premierminister Erdoğan aufgefordert, seine Korruptionsvorwürfe gegen ihn zu beweisen. Sollte Erdoğan keine Beweise haben, dann... Ja, was dann? Dann würde er, so Kılıçdaroğlu auf Türkisch "ana… a…" Hier verstummte Kılıçdaroğlu und lächelte hämisch. Offensichtlich hatte ihn seine eigene Courage überrascht. "Wie es weiter geht, sage ich nicht."

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Projekt: Eine koranische Kosmologie

am Montag, 25 April 2011. Gepostet in Allgemeines, Koranische Kosmologie

Ich mache seit einigen Jahren ein großes Experiment: Ich stelle mir die Frage, was rauskäme, wenn man die Vernunft, kritische Wissenschaft und die Religion (in meinem Fall den Islam) zugleich ernst nimmt, also Vernunft, Empirie und Offenbarung miteinander reagieren lässt. Die klassischen Antworten lauten: Entweder fressen Vernunft und Empirie die Religion auf, oder die Religion verschlingt die ersteren.

Was aber, wenn es noch eine dritte Position gibt, nach der die drei Pole sich gegenseitig zur Entwicklung und Selbstbescheidung erziehen? Letzere ist meine Antwort - sie ist wesentlich aufwendiger, aber auch fruchtbarer und schöner als die ersten beiden, die ich als fundamentalistisch im vollen Wortsinn bezeichnen würde.

Damit das wirklich funktioniert, bedarf es verlässlicher Kenntnisse aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen, die heutzutage zu selten in Kooperation auftreten: Theologie und Wahrnehmungspsychologie, Metaphysik und Physik, Kommunikationspsychologie und formale Logik, theoretische Physik und Hermeneutik, Erkenntnistheorie und Dogmatik, christliche und islamische Theologie etc. etc.

Außerdem erfordert dies eine gute Kenntnis der traditionellen und aktuellen Diskurse in Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie.

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Zu: Die Kinder des Korans

am Samstag, 25 Dezember 2010. Gepostet in Allgemeines

Bei "Die Kinder des Korans" handelt es sich um einen fünfteiligen Essay, in dem ich einige meiner Erfahrungen im Umgang mit dem Koran niedergeschrieben habe. Um die Leserlichkeit zu verbessern, habe ich den Texte in fünf Abschnitte eingeteilt, die im Folgenden einzeln angeklickt werden können. Darunter habe ich die fünf Teile nochmals als zusammenhängenden Text eingestellt. Viel Spaß beim Lesen!

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Ein Jahr Andalusian

am Dienstag, 05 Oktober 2010. Gepostet in Allgemeines

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, seit ich meinen Blog andalusian.de eingerichtet habe. Mein Ziel war es möglichst oft möglichst viele Texte zu meinen Herzensthemen "Deutsches, Türkisches und Islamisches" einzustellen. Ich hatte zuvor absolut keine Ahnung, wie man im Internet so etwas macht. So hatte ich die Wahl mich erst zum Website-Experten zu bilden, bevor ich schreibe. In Anbetracht meines chronischen Zeitmangels hätte dies bedeutet das Projekt gänzlich auf den Sanktnimmerleinstag zu verschieben. Aber darauf hatte ich keine Lust, nicht zuletzt, da ich mich schon seit Jahren mit einer Ausrede nach der anderen über meine ausbleibende Schreibtätigkeit hinweggetröstet hatte.

So blieb nur noch mit einer minimalen Ausrüstung (quasi "ölmeyecek kadar" - türkisch: sodass es zum Überleben gerade reicht) loszulegen. Zum Look meines Blogs hat es damals mein guter Freund Serdar Güneş, der viel Öffentlichkeitsarbeit für meinen Blog gemacht hat, auf den Punkt gebracht: "Das Design ist miserabel."

Diesen wollte ich bald schon aufpolieren. Doch dazu ist es leider erst jetzt gekommen, und auch nur dank der großzügigen Unterstützung meines Freundes Erdoğan Balaban.

Aufgrund des besagten Zeitmangels konnte ich wiederum nur in relativ großen Zeitabständen Texte einstellen. Meine meist viel zu langen Texte fanden trotzdem Leser und ich wundere mich immer noch, wie ich manchmal trotz mehrere Wochen andauernder Stille meinerseits auf dem Blog dennoch in den letzten Monaten täglich bis zu über 300 Besucher verbuchen konnte.

Meine 1&1-Statistik liefert mir für die Zeit von Juni 2009 bis September 2010 folgende monatliche Besucherzahlen:

Im Juni 2010 wurden also erstmals 10.000 Besucher innerhalb eines Monats verzeichnet. Im August begann die Umbaupause, was den deutlichen Rückgang der Besuche erklärt.

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Hello World!

am Samstag, 25 September 2010. Gepostet in Allgemeines, Integration, Identität, Türken

14.6.2009 von Hakan Turan

Herzlich willkommen auf meinem Blog andalusian.de!

Hier möchte ich mit euch Gedanken und Erfahrungen zu Themen teilen, die mir sehr am Herzen liegen, für die ich jedoch bislang keinen passenden Rahmen gefunden habe - Themen, die mich tagein und tagaus beschäftigen, und von denen ich weiß, dass ich nicht der einzige bin, der über sie nachdenkt. Es geht um Fragen der Identität, des Glaubens und der Werte - konkret: um Fragen der Stellung muslimischer und insbesondere türkischstämmiger Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, also auch um mich…

Gerade die junge Generation von Türkinnen und Türken tut es sich oft schwer mit ihrem Leben zwischen zwei - oder mehr - Kulturen und es gibt eine ganze Reihe ungeklärter Fragen und Probleme, zu denen noch keiner eine schlüssige Theorie entwickelt zu haben scheint. Die Paradoxie startet bereits damit, dass Türken die Probleme, die ihr Türke-Sein betreffen am liebsten auf Deutsch diskutieren. Ich bin da gewiss keine Ausnahme - und vielleicht ist das gerade ein Hinweis darauf, dass Leute wie wir nicht nur formal, sondern auch tief in uns eine deutsch-türkische Identität aufweisen. Das ist etwas Neues, das wir unseren Mitmenschen oft mühsam plausibel machen müssen.

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