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Arif

Von Arifs Angel und dem Thron Gottes

am Donnerstag, 04 August 2011. Gepostet in Arif, Geisterstunde, Sinn des Lebens

Gefunden in den Tagebüchern Arifs - Genuss auf eigenes Risiko:

 

"Je älter ich werde, umso dankbarer bin ich Allah, dass er mich skrupellos genug gemacht hat um selbst in den Momenten abgründigster Tiefen vom Gipfel jenseits der sichtbaren Himmel zu träumen. Ja, ich habe mir ein Ziel weit jenseits der physikalischen Realität gesetzt. Ich habe meine Angel bis an den Thron Gottes ausgeworfen und nun kurbele ich, was das Zeug hält. Wenn ich irgendwo hängen bleibe, löse ich die Knoten, gehe einige Schritte zurück und kurbele weiter. Und irgenwie funktioniert es. Das ist es ja, was dieses Leben so verrückt macht.

Ich wage den Wahnsinn, und das klappt dann auch noch und schon hast du den Salat. Und bei all dem sehe ich, dass im Prinzip noch viel mehr möglich wäre, dass dieses Mehr aber entscheidend von der Chemie meines Seelenhaushaltes abhängt. Ja, um dieses vielleicht entscheidende Mehr in Bewegung zu versetzen, muss ich die Chemie in den Griff kriegen. Und ich weiß, dass es möglich ist. Und ich weiß, dass es unglaublich schön ist. Und ich weiß, dass diese Möglichkeit nur von einer sehr dünnen und brüchigen Kruste verdeckt ist. Da brodelt was Positives. Und das lässt mich getrost über das Faktum des Alterns hinwegsehen.

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Arif über Führer und das Geführtwerden

am Mittwoch, 22 Juni 2011. Gepostet in Arif, Inspirationen

Ein Satz aus Arifs Tagebüchern aus seiner Schulzeit:

"Ich sehne mich nach einem Führer, aber ich hasse es geführt zu werden..."

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Was tun bei S-Bahn-Prügeleien zwischen Punks und Kanaken? (für Fortgeschrittene)

am Montag, 21 Februar 2011. Gepostet in Arif, Integration, Türken, Kurzgeschichte, Islamisches Leben

Neulich stieg Arif an einem freitag Abend in die Stuttgarter S-Bahn und ärgerte sich über laute Jugendliche, die sich in der Bahn mit diversen Alkoholika vollaufen ließen – trotz des ausgeschriebenen Verbots von Alkoholkonsum in öffentlichen Verkehrsmitteln. In seinem Rucksack schleppte er schon den ganzen Tag ein Buch über kulturelle Identität und seinen Laptop mit sich herum, auf dem er in freien Minuten Texte über Identitätsfragen schrieb. Nach dem Umsteigen stand er am Ende eines vollen S-Bahn-Wagens. Auf den einander zugewandten Sitzmöglichkeiten auf der linken und rechten Seite des Zuges wechselten sich von Haltestelle zu Haltestelle junge Fahrgäste ab.

Zuletzt hatte sich ein korpulenter Punk mit zwei Mädchen auf die linke Bankreihe gesetzt. Arif dachte sich, dieser Punk hätte gut als Ausstellungsstück in die aktuelle Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie über Menschenbilder aus verschiedenen den Jahrhunderten gepasst. Interessiert zählte er seine Gesichtspiercings und studierte seinen ehrwürdigen, in Violett- und Rosatönen schillernden Irokesenschnitt. Auf seinem Rücken prangte ein großer Aufnäher, auf dem ein Hakenkreuz abgebildet war, das in einen Mülleimer geworfen wurde. Der Punk hieß Marcel – und war betrunken genug, dass ihm nicht auffiel, dass Arif ihn von der Seite musterte.

Beim nächsten Halt sollte sich die gegenüberliegende Bankreihe ebenfalls füllen. Herein kamen drei junge Südländer mit Halsketten und sportlichem Outift und. Erst dachte Arif, das sind bestimmt Türken, bis er bei zweien, nämlich Özgür und Murat, Halskettenanhänger mit Kurdistanumrissen erblickte. Aha. Kurden waren das also. Sie konnten aber sicher auch Türkisch. Der dritte der Runde hieß Zamir und hatte kurzes blondes Haar. Weiter hinten saß noch ein Italiener names Alfonso, der später noch eine Rolle spielen wird. Özgür und Zamir setzten sich auf die rechte Bankreihe.

Und was tat Murat?

Na, was wohl!

Er stellte sich genau in die Mitte des Wagens, griff nach zwei Halteschlaufen an der Decke – und begann Klimmzüge zu machen. Eins, und zwei, und drei, und vier… Marcel und die beiden Mädchen auf der einen, Zamir und Özgür auf der anderen Seite sahen dem Treiben zu. „Ein Überzeugungskanake durch und durch - wenn das mal gut geht“, dachte sich Arif.

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