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Inspirationen

Avicenna mit sechzehn Jahren

am Dienstag, 06 Dezember 2011. Gepostet in Inspirationen, Wissenschaft

Dies ist eine meiner Lieblingsstellen aus Ibn Sinas autobiografischem Bericht:

"Ich aber widmete mich dem Studium der Bücher,

der Grundtexte wie der Kommentare,

aus den Gebieten der Naturwissenschaft und Metaphysik,

und die Tore der Wissenschaft taten sich vor mir auf..."

(nach Gotthard Strohmaier: Avicenna, München 2006, S.23)

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Steve Jobs über das Wesentliche im Leben (Standford-Rede 2005)

am Freitag, 07 Oktober 2011. Gepostet in Inspirationen, Sinn des Lebens

Weder interessiere ich mich für Apple, noch für von Medien inszenierte Hypes um prominente Persönlichkeiten. Doch nun habe ich mir, nachdem alle Welt vom kürzlich verstorbenen Apple-Begründer Steve Jobs spricht, doch noch seine im Jahr 2005 vor College-Absolventen in Standford gehaltene Rede durchgelesen - und war begeistert. Die Rede ist freilich sehr zugespitzt und idealisiert, aber eben doch auch begeisternd, weil Jobs hier aus eigener Erfahrung berichtend den Blick auf einige wesentliche Dinge im Leben herausarbeitet - dabei geht es um größere Zusammenhänge im Leben, Liebe und Tod. Und mal ehrlich: Muss man nicht manche Dinge zuspitzen, damit sie aus dem Einheitsbrei des Alltags hervorstechen und Wirkung zeigen? Es folgt eine Übersetzung der Rede von Steve Jobs in einer etwas gekürzten Übersetzung des dpa. Hier geht es zum Originaltext auf der Seite der Stanford University und hier zum Video auf Youtube. Einfach toll!

"Ich fühle mich geehrt, heute mit Ihnen bei der Abschlussfeier in einer der besten Universitäten der Welt zu sein. Ich habe nie eine Hochschule abgeschlossen. Um ehrlich zu sein, jetzt komme ich einer College-Abschlussfeier noch am nächsten. Heute möchte ich Ihnen drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Keine große Sache. Nur drei Geschichten.

Bei der ersten geht es darüber, die Punkte zu verbinden.

Ich habe das Reed College nach sechs Monaten verlassen, und dann noch 18 Monate frei besucht, bevor ich das Studium endgültig abgebrochen habe. Warum habe ich nicht weitergemacht?

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In Gedanken versunkener Derwisch

am Montag, 12 September 2011. Gepostet in Inspirationen, Kunst

Mit freundlicher Genehmigung des großartigen türkischen Malers Ilhami Atalay, eines in der Türkei vom laizistischen Establishment und muslimischen Mainstream allein Gelassenen (alle Rechte vorbehalten)

 

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Schönes Istanbul!

am Mittwoch, 31 August 2011. Gepostet in Inspirationen, Türkei

Ich sitze gerade in einem schattigen Café unmittelbar beim Dolmabahçe-Palast am Ufer des Bosporus. Es ist angenehm warm und sonnig - eine milde Brise sorgt für die nötige Erfrischung. Große Möwen zeichnen virtuos geschwungene Linien an den Himmel und kommen uns manchmal so nah, dass man unwillkürlich zusammenzuckt. Die Wellen des Wassers wiegen unentwegt und klatschen sanft auf das bemooste Stein am Ufer. Auf der anderen Seite des goldenen Horns zeichnet sich die Silhouette der Hagia Sophia und der Sultanahmet Moschee ab. Dampfer, Schiffe und Boote ziehen in verschiedenste Richtungen friedlich über den Kanal. Hinter mir erzählt eine ältere türkische Frau mit grandios verrauchter Stimme ihrer Freundin unterhaltsame Geschichten und ich muss immer wieder über ihr heiser-heiteres Gelächter schmunzeln. Ein Tisch weiter sitzt eine Familie und wartet auf ihren Schwarztee, während eine Katze bedächtig zwischen ihren Stühlen umherschleicht.

Am Ende des Cafés steht eine geradezu barockene Moschee, die nur aus einer Kuppel und dem darunterliegenden würfelförmigen Bau zu bestehen scheint und mit reichlich viel Fenstern versehen ist. Teilweise kann man durch die Moschee geradezu hindurchsehen. Mit der halbkreisförmigen Fensterführung erinnert sie mich an eine große englische Turmuhr, an eine Art Big Ben. Die Moschee ist europäisch inspiriert, so wie auch der prunkvolle Dolmabahçe-Palast zu meiner Linken, den die Osmanen in der Mitte des 19. Jahrunderts bauen ließen. Sowohl das Äußere des Palastes, als auch der Moschee weisen eine Art Barock- bzw. Jugendstil auf, der detailreich, aber farblich schlicht und hell gehalten ist. Das erinnert mich sehr an den Stil, der mich schon in meiner barockenen Geburtsstadt Ludwigsburg begeistert und geprägt hat.

Kaum zu glauben, dass die osmanischen Kalifen am Bosporus im 19. Jahrhundert von dieser Kunst offensichtlich ebenso fasziniert waren, wie ich es heute oft bin. Nun sitze ich hier also im Café zwischen barocken-osmanischer Baukunst, zu meiner Rechten lockt mich ein köstlicher Kaffee, der Gebetsruf ertönt gerade von allen Seiten, vor mir steht ein Laptop mit geladenen Akkus, und mit meinen Beinen gegen den Bospours ausgestreckt denke ich mir: Würde man mich in erschöpften Momenten fragen, wo ich gerne wäre, dann würde ich womöglich einen Ort wie diesen beschreiben...

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Kann ein Mensch zugleich glauben und zweifeln?

am Samstag, 27 August 2011. Gepostet in Inspirationen, Erziehung, Koran, Islamisches Leben, Theologie

Der Prophet Abraham ist eine der Schlüsselfiguren des Korans und in vielerlei Hinsicht der Prototyp des idealen gottergebenen Gläubigen. Dass dieser Glaube einerseits Ergebenheit (arabisch: islâm) erfordert, bedeutet mitnichten, dass dafür erst die Vernunft aufgeopfert werden müsste. Folgende für mich persönlich sehr bedeutsame Passage im Koran verdeutlicht, dass es weder unerwünscht, noch Sünde ist selbst an die Selbstverständlichkeiten des Glaubens offensiv genau jene Fragen zu richten, die einen - aus welchen Gründen auch immer - beschäftigen (nach Henning/Hofmann - Einfügungen von mir) :

"Und als Abraham sprach: 'Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten lebendig machst!',

sprach er [Gott]: 'Glaubst du etwa noch nicht?'

Er [Abraham] sagte: 'Doch! Aber ich möchte in meinem Herzen ganz sicher sein...." (2:260)

Dies als beruhigender Hinweis an all jene, die sich als gläubig verstehen, aber zugleich offene Fragen oder Anflüge von Zweifeln innerhalb ihres Glaubens haben, die ihnen als Zeichen eines schwachen Glaubens vorkommen und sie deswegen unglücklich machen - und als Warnung an all jene, die versuchen geraden den jungen Fragenden ein schlechtes Gewissen für ihre legitime Neugier zu machen. Wenn selbst der Prophet Abraham, der im Koran als gutes Vorbild für die Muslime gilt, seinen Herren und Schöpfer respektvoll, aber ohne Umschweife dazu auffordert seinem Herzen Sicherheit (oder: Befriedigung) durch - in diesem Fall - empirische Erkenntnis zu schenken, dann kann es auch uns nicht verwehrt sein genau dort gezielt Nachforschungen anzustellen, wo wir Fragen haben und das Bedürfnis nach Klärung und Sicherheit verspüren. Ich will im Übrigen nicht behaupten, dass Abraham Zweifel im heutigen Wortsinn hatte, sondern nur, dass seine Frage an Gott eine Verwandschaft hat mit der fragenden Stimme im Gläubigen, die bei dem einen öfter, bei dem anderen seltener auftaucht und nach Antworten sucht. Ob man diese Fragen als Zweifel bezeichnen will, ist aus meiner Sicht eine Frage der Definition und daher nicht so interessant. Mir geht es hier um etwas anderes: Die Suche nach einer Einheit von Herz und Verstand ist zu wertvoll, als dass sie aufgrund mangelnder Unterstützung von außen vorzeitig abgebrochen werden sollte. Andererseits kann man als Gläubiger bei dieser Suche wiederum Beistand im Glauben suchen, oder wie es in zwei prägnanten koranischen Gebeten heißt:

"Mein Herr! Mehre mein Wissen!" - "rabbî zid nî 'ilmâ" (20:114)

"Mein Herr! Gib mir Urteilskraft und vereinige mich mit den Rechtschaffenen" - "rabbî hablî hukman va alhiqnî bis-salihîn" (26:83)

In diesem Sinne...

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Wenn alle Meere Tinte wären...

am Montag, 08 August 2011. Gepostet in Inspirationen, Koran

"Sehr ihr denn nicht, dass euch Gott alles in den Himmeln und auf Erden dienstbar machte und Seine Gnade über euch ausgoss, sichtbar und unsichtbar? ..." (31:20)

 

"Und wenn alle Bäume auf Erden Schreibfedern wären und das Meer (als Tinte) danach von sieben Meeren nachgefüllt würde: Gottes Worte wären nicht erschöpft! Siehe, Gott ist mächtig und weise." (31:27)

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Von wegen zerrissen: Auf zum großen Mahle!

am Sonntag, 17 Juli 2011. Gepostet in Inspirationen, Identität, Denker

Wenn man sich so wie ich nicht wirklich hin- und hergerissen zwischen den beiden Kulturen fühlt, sondern das Zugehörigkeitsproblem per theoretisch reflektierter Definition und lebenspraktisch abgehärtetem Dickkopf zugunsten einer privat zentrierten und kulturübergreifend ausgerichteten Heiterkeit abgeschafft hat, dann tut es zur Befriedung des inneren Skeptikers hin und wieder ganz gut erfahrene Gewährsmänner für dieses Unterfangen zu finden. Heute ist wieder Goethe meine Wahl.

Folgende einleitende drei Strophen aus dem Nachlass zum West-östlichen Divan geben ganz gut die auch von mir angenommene und dringend weiterempfohlene These wieder, dass man einen Platz in der Welt suchen sollte, vom dem aus man gierig und maximal vom Reichtum beider Kulturen profitieren kann. Gerne füge ich dem meine sicherlich gewagte These hinzu, dass in jeder der speziell mich betreffenden Kulturen viele Dinge besonders ausgeprägt sind, die in der anderen jeweils nur schwach schimmern oder gänzlich verkümmert sind.

Was erscheint da noch klüger, als sich von den schwierigen und weniger sympathischen Seiten der jeweiligen Kulturen begründet abzuwenden und sich stattdessen eine nachvollziehbare, von Theorie geleitete und an den praktischen Erfahrungen ständig nachkorrigierte Synthese aus den starken Seiten beider Kulturen zu erlauben? Außer Faul- und Feigheit: gar nichts! Et voilà:

 

"So der Westen wie der Osten
Geben Reines dir zu kosten.
Laß die Grillen, lass die Schale,
Setze dich zum großen Mahle:
Mögst auch im Vorübergehn
Diese Schüssel nicht verschmähn.

Wer sich selbst und andre kennt
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen laß ich gelten;
Also zwischen Ost- und Westen
Sich bewegen, sei's zum Besten!"

(Goethe: Aus dem Nachlass zum West-östlichen Divan)

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Das arabische Wunder (Sigrid Hunke)

am Dienstag, 05 Juli 2011. Gepostet in Inspirationen, Islamisches Leben, Wissenschaft

Ein guter Freund hat mich mal gefragt, woher ich eigentlich meinen Optimismus in Sachen Vermittlung zwischen den Kulturen und einer zeitgemäßen Aufarbeitung des Islams bezöge, wo sich da draußen doch oft ein frustrierendes und trostloses Bild böte. Nun, vielleicht vermitteln folgende Zeilen von Sigrid Hunke zur Geschichte von Wissenschaft und Gelehrsamkeit im Islam einen Eindruck davon, was meinen Optimismus antreibt (wobei dieses Thema bei weitem nicht meine einzige Motivationsquelle ist). Dazu sei gesagt, dass ich so etwas durchaus differenziert betrachte - ich hasse es zu idealisieren, vielleicht weil mir Wahrheit attraktiver erscheint als Einfachheit. Ferner verwende ich das Folgende nicht um mich stolz auf eine Vergangenheit zu machen oder um etwaige Komplexe gegenüber dem "Westen" zu verarbeiten - warum sollte ich denn auch, sehe ich mich doch mit als ein Teil dieses Westens!

Nein, ich fasse das Folgende als ganz konkrete Handlungsaufforderung an mich selbst auf, freilich unter heutigen Bedingungen und unter Abstraktion vom damaligen politischen Kontext. Und das meine ich verdammt ernst. Der Inhalt folgender Zeilen gehört mit zu meinen Kriterien, an dem ich jeden messe, der heute im Namen des Islams reden möchte. Wer nicht den Horizont und den Glauben hat das Folgende als ernsthafte Perspektive auch für hier und heute zu betrachten, den nehme ich einfach nicht zu ernst. Punkt.

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Der Koran über das Universum, den Menschen und den Sinn des Lebens

am Mittwoch, 22 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Koran, Sinn des Lebens

"Sehen die Leugner denn nicht, dass die Himmel und die Erde eine einzige Masse waren, die Wir (Gott) spalteten,

und dass Wir dann aus dem Wasser alles Lebendige entstehen ließen?

Wollen sie denn nicht glauben?

Und Wir setzten festgegründete Berge auf die Erde, damit sie nicht mit ihnen wanke.

Und Wir machten auf ihr breite Täler als Wege, damit sie sich zurechtfinden.

Und Wir machten den Himmel zu einem wohlbehüteten Dach. Doch sie kehren sich von seinen Zeichen ab.

Und Er ist es, der die Nacht erschuf und den Tag, die Sonne und den Mond; jeder schwebt auf seiner Bahn.

Und Wir gaben auch vor dir (o Mohammed) keinem Menschen Unsterblichkeit.

Darum werden sie wohl ewig leben, während du stirbst?

Ein jeder wird den Tod erleiden.

Und Wir stellen euch auf die Probe, mit Bösem und Gutem.

Und zu uns kehrt ihr zurück." (Der Koran, 21:30-35)

(nach Henning/Hofmann)

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Arif über Führer und das Geführtwerden

am Mittwoch, 22 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Arif

Ein Satz aus Arifs Tagebüchern aus seiner Schulzeit:

"Ich sehne mich nach einem Führer, aber ich hasse es geführt zu werden..."

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Ahmet Altan über das Verhältnis von Intellektuellen, Politikern und der Gesellschaft

am Samstag, 11 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Türkei

Im Folgenden präsentiere ich meine Übersetzung von Ahmet Altans interessanter Kolumne in der Taraf vom 8. Juni 2001, in der er eine Art politische Philosophie formuliert, die sowohl die Rolle des Intellektuellen, als auch des Politikers, als auch des Konfliktes zwischen diesen durchleuchtet und rechtfertigt:

"...Entgegen verbreiteten Behauptungen stellen die Intellektuellen einen sehr wichtigen funktionalen Teil  der Gesellschaft dar.

Sie sind jene Beobachter, die einsam an der Spitze des höchsten Mastes der Schiffe sitzen und als erste erkennen, was in der Ferne liegt.

Sie steueren das Schiff nicht, aber erkennen als erste, wohin es fährt.

Um die Rolle der Intellektuellen nachzuvollziehen, muss man erst verstehen, wie Gesellschaften funktionieren.

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Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir

am Samstag, 04 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Sinn des Lebens, Philosophie

Aus dem Schlusswort zu Immanuel Kants Kritik der praktischen Vernunft:

"Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir. Beide darf ich nicht als in Dunkelheit verhüllt oder im Überschwänglichen, außer meinem Gesichtskreise suchen und bloß vermuten; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewusstsein meiner Existenz.

Das Erste fängt von dem Platze an, den ich in der äußeren Sinnenwelt einnehme, und erweitert die Verknüpfung, darin ich stehe, ins unabsehlich Große mit Welten über Welten und Systemen von Systemen, überdem noch in grenzenlosen Zeiten ihrer periodischen Bewegung, deren Anfang und Fortdauer.

Das Zweite fängt von meinem unsichtbaren Selbst, meiner Persönlichkeit an und stellt mich in einer Welt dar, die wahre Unendlichkeit hat, aber nur dem Verstande spürbar ist, und mit welcher (dadurch aber auch zugleich mit allen jenen sichtbaren Welten) ich mich nicht wie dort in bloß zufälliger, sondern allgemeiner und notwendiger Verknüpfung erkenne.

Der erstere Anblick einer zahllosen Weltenmenge vernichtet gleichsam meine Wichtigkeit als eines tierischen Geschöpfs, das die Materie, daraus es ward, dem Planeten (einem bloßen Punkt im Weltall) wieder zurückgeben muss, nachdem es eine kurze Zeit (man weiß nicht wie) mit Lebenskraft versehen gewesen.

Der zweite erhebt dagegen meinen Wert als einer Intelligenz unendlich durch meine Persönlichkeit, in welcher das moralische Gesetz mir ein von der Tierheit und selbst von der ganzen Sinnenwelt unabhängiges Leben offenbart, wenigstens soviel sich aus der zweckmäßigen Bestimmung meines Daseins durch dieses Gesetz, welche nicht auf Bedingungen und Grenzen dieses Lebens eingeschränkt ist, sondern ins Unendliche geht, abnehmen lässt."

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Koranische Inspirationen zum Umgang mit Leid und Glück

am Freitag, 03 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Koran, Sinn des Lebens, Islamisches Leben, Theologie

Heute am 3. Juni ist der Beginn dreier wichtiger Monate des islamischen Kalenders, nämlich Radschab, Schaban und Ramadan. Das möchte ich zum Anlass nehmen etwas weitgehend Unpolitisches und hoffentlich Erbauliches zu veröffentlichen.

Folgende beide mekkanische Suren, ad-duhâ und al-inshirâh, gehören zu meinen absoluten Lieblingspassagen des Korans. Sowohl ihre Bedeutung, als auch ihre rhythmisch verspielte Reimform im Arabischen machen sie seit meiner frühen Jugend zu einer großen Inspiration für mich. Wann immer ich mit meinem Latein am Ende bin, haben ad-duhâ und al-inshirâh noch einen weisen und befreienden Rat für mich parat. Sie sprechen in sanftestem Ton die schwachen und verletzlichen Seiten des Menschen an, erinnern dabei an den Wert der Dinge, die wir besitzen, und und aktivieren zumindest in mir einen geradezu kindlichen Optimismus und Tatendrang - sei es als Helfer für Bedürftige, als Beisteher für Probleme oder einfach als praktischer Macher.

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Sure 93: Der lichte Tag (ad-duhâ)

am Dienstag, 07 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Koran, Sinn des Lebens, Islamisches Leben

1. Beim lichten Tag!

2. Und bei der dunkelen Nacht, wenn sie still wird!

3. Dein Herr hat dich nicht verlassen und Er verabscheut dich nicht!


4. Und wahrlich, das Jenseits ist besser für Dich als das Diesseits.


5. Und dein Herr wird dir gewiss bald geben, und du wirst zufrieden sein.


6. Fand Er dich nicht als Waise und nahm dich auf?


7. Und fand Er dich nicht verirrt und leitete dich?


8. Und fand Er dich nicht arm und machte dich reich?


9. Daher, was die Waise anlangt, benachteilige sie nicht!


10. Und was den Bittsteller anlangt, weise ihn nicht ab!


11. Und was deines Herren Wohltaten anlangt, sprich darüber!

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Sure 94: Das Weiten (al-inshirâh)

am Dienstag, 07 Juni 2011. Gepostet in Inspirationen, Koran, Sinn des Lebens, Islamisches Leben

1. Haben Wir dir nicht deine Brust geweitet?

2. Und deine Last von dir genommen,


3. Die so schwer auf deinem Rücken lastete?


4. Und (haben Wir dir nicht) dein Ansehen erhöht?


5. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung)!


6. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!


7. Und wenn du (mit etwas) fertig bist, dann bemühe dich weiter.


8. Und widme mich dich ganz deinem Herrn.

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