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Islamisches Leben

Ein gesegnetes Opferfest!

am Sonntag, 06 November 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Allgemeines

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist der Beginn des viertägigen islamischen Opferfestes - dies möchte ich zum Anlass nehmen euch allen für das rege interesse an meinem kleinen Blog zu danken, auch wenn ich seit einigen Wochen aufgrund von Zeitknappheit keinen neuen Beitrag mehr einstellen konnte. Eine Reihe von Beiträgen ist noch in Vorbereitung und harrt einer letzten Bearbeitung.

Euch allen nunmehr besinnliche Tage und ein gesegnetes Opferfest (sofern relevant für euch)! Bis Mittwoch kann man übrigens seinen muslimischen Bekannten zu diesem Fest gratulieren, das die Opfergeschichte Abrahams aufgreift und zeitlich zum Ende der Pilgerfahrt in Mekka stattfindet.

Bayramınız mübarek olsun!

Eid mubârak!

Herzliche Grüße & Selâm,

Hakan Turan

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Antwort auf islamkritische Einwände gegen "Darf sich ein Muslim Juden und Christen zu Freunden nehmen?" (1)

am Sonntag, 18 September 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Islamkritik, Koran

Mein vor ca. 4 Wochen veröffentlichter Text "Darf sich ein Muslim Juden und Christen zu Freunden nehmen?" ist über 800 mal angeklickt worden. Wie erwartet habe ich für ihn neben Zuspruch auch Kritiken erhalten. Und wie ich bereits vermutet hatte, kam eine grundsätzliche Kritik an meinem Ergebnis, dass es kein islamisch-religiöses Hindernis für eine Freundschaft mit Nichtmuslimen gibt, nicht von muslimischer, sondern von islamkritischer Seite. Beim Verfassen einer Antwort auf ein dahingehendes Posting des Mitbloggers Micheal merkte ich, dass diese schon fast zu lang für einen Kommentar wird. Darum habe ich daraus einen Text gemacht. Folgender Text bezieht sich unmittelbar auf "Darf sich ein Muslim Juden und Christen zu Freunden nehmen" und auf Micheals ersten Kommentar dazu. Et voilá:

Grüß dich Micheal,

hier einige kritische Anmerkungen meinerseits zu einigen deiner durchaus diskussionswürdigen Kritikpunkten. Der Übersichtlichkeit zuliebe habe ich meine Antwort thematisch gegliedert und zitiere dabei jeweils aus deinem ersten Kommentar. Leider muss ich erst mit einer Kritik an deinem Stil beginnen.

1. Kritik an deiner Diskurshaltung und Zurückweisung deines Psychologismus

Du schreibst:

„Mal wieder ein zum scheitern verurteilter Versuch den Islam, so wie er in Koran und Sunna steht, zwanghaft ins schöne zu interpretieren. „

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Grußbotschaft des Bundespräsidenten zum Ramadanfest

am Dienstag, 13 September 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Integration

Für alle, die es nicht mitbekommen haben - dies war die Grußbotschaft unseres Bundespräsidenten Christian Wulff zum diesjährigen Ramadanfest vor zwei Wochen:

„Wer dieses Jahr den Ramadan begangen hat, musste oft große Kraft aufbringen: weil die Fastenzeit in einen Sommer fiel, dem ein ganz besonderer Frühling vorausgegangen war, der arabische Frühling. Seine Stürme haben die Welt verändert.

Aus Gesprächen mit Muslimen in Deutschland weiß ich: Vielen ist das religiöse Innehalten schwer gefallen angesichts der aufwühlenden Berichte aus Nordafrika, die uns Tag für Tag erreichen. Einerseits wecken die jungen Demokratiebewegungen immense Hoffnungen und den Wunsch, beim Neubeginn dabei zu sein. Andererseits wachsen auch die Sorgen um Angehörige und Freunde, die in der alten Heimat für die Freiheit ihr Leben riskieren. Deshalb werden die Iftar-Essen 2011 nicht überall so ausgelassen sein können wie in anderen Jahren.

Umso mehr wünsche ich allen, die das Fest des Fastenbrechens feiern, dass Ihnen diese Stunden im Kreis der Familie neue Zuversicht schenken. Und ich hoffe, dass auch nach Ende des Ramadan eine seiner wichtigsten Botschaften in unsere Gesellschaft ausstrahlt: das aufmerksame Miteinander, die Bereitschaft zum Geben und zum eigenen Verzicht.

Ich bin voller Hochachtung für jeden, der sich in diesem Geist, mit Mut und Menschlichkeit in die Gemeinschaft einbringt. Viele Muslime tun das immer wieder aufs Neue und fördern damit auch den Zusammenhalt in Deutschland. Der 30. August ist eine gute Gelegenheit, dafür Danke zu sagen!“

Herzlichen Dank, Herr Wulff!

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Kann ein Mensch zugleich glauben und zweifeln?

am Samstag, 27 August 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Erziehung, Koran, Inspirationen, Theologie

Der Prophet Abraham ist eine der Schlüsselfiguren des Korans und in vielerlei Hinsicht der Prototyp des idealen gottergebenen Gläubigen. Dass dieser Glaube einerseits Ergebenheit (arabisch: islâm) erfordert, bedeutet mitnichten, dass dafür erst die Vernunft aufgeopfert werden müsste. Folgende für mich persönlich sehr bedeutsame Passage im Koran verdeutlicht, dass es weder unerwünscht, noch Sünde ist selbst an die Selbstverständlichkeiten des Glaubens offensiv genau jene Fragen zu richten, die einen - aus welchen Gründen auch immer - beschäftigen (nach Henning/Hofmann - Einfügungen von mir) :

"Und als Abraham sprach: 'Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten lebendig machst!',

sprach er [Gott]: 'Glaubst du etwa noch nicht?'

Er [Abraham] sagte: 'Doch! Aber ich möchte in meinem Herzen ganz sicher sein...." (2:260)

Dies als beruhigender Hinweis an all jene, die sich als gläubig verstehen, aber zugleich offene Fragen oder Anflüge von Zweifeln innerhalb ihres Glaubens haben, die ihnen als Zeichen eines schwachen Glaubens vorkommen und sie deswegen unglücklich machen - und als Warnung an all jene, die versuchen geraden den jungen Fragenden ein schlechtes Gewissen für ihre legitime Neugier zu machen. Wenn selbst der Prophet Abraham, der im Koran als gutes Vorbild für die Muslime gilt, seinen Herren und Schöpfer respektvoll, aber ohne Umschweife dazu auffordert seinem Herzen Sicherheit (oder: Befriedigung) durch - in diesem Fall - empirische Erkenntnis zu schenken, dann kann es auch uns nicht verwehrt sein genau dort gezielt Nachforschungen anzustellen, wo wir Fragen haben und das Bedürfnis nach Klärung und Sicherheit verspüren. Ich will im Übrigen nicht behaupten, dass Abraham Zweifel im heutigen Wortsinn hatte, sondern nur, dass seine Frage an Gott eine Verwandschaft hat mit der fragenden Stimme im Gläubigen, die bei dem einen öfter, bei dem anderen seltener auftaucht und nach Antworten sucht. Ob man diese Fragen als Zweifel bezeichnen will, ist aus meiner Sicht eine Frage der Definition und daher nicht so interessant. Mir geht es hier um etwas anderes: Die Suche nach einer Einheit von Herz und Verstand ist zu wertvoll, als dass sie aufgrund mangelnder Unterstützung von außen vorzeitig abgebrochen werden sollte. Andererseits kann man als Gläubiger bei dieser Suche wiederum Beistand im Glauben suchen, oder wie es in zwei prägnanten koranischen Gebeten heißt:

"Mein Herr! Mehre mein Wissen!" - "rabbî zid nî 'ilmâ" (20:114)

"Mein Herr! Gib mir Urteilskraft und vereinige mich mit den Rechtschaffenen" - "rabbî hablî hukman va alhiqnî bis-salihîn" (26:83)

In diesem Sinne...

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Darf sich ein Muslim Juden und Christen zu Freunden nehmen?

am Montag, 15 August 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Christentum, Integration, Islamkritik, Koran, Fundamentalismus, Islamisches Recht, Judentum

In meiner Grundschulzeit waren alle Nationalitäten in meinem Freundeskreis vertreten: Deutsche, Italiener, Spanier, Portugiesen – allesamt Klassenkameraden, mit denen wir vormittags auf dem Pausenhof herumrannten und nachmittags entweder am C64 saßen und Giana Sisters spielten oder draußen die Gegend unsicher machten. Türken waren nahezu keine vorhanden. Mein bester Freund war ein Italiener. Er stand mir mit Fäusten bei, als mich zwei deutsche Klassenkameraden fast täglich auf dem Schulweg verprügelten – ich hatte ihren Zorn auf mich gezogen, als ich ihnen unüberlegt erzählt hatte, dass Türken viel mutiger seien als Deutsche. Einer von ihnen hat mich zwanzig Jahre später zu seiner Hochzeit eingeladen. Gelegentlich war ich bei dem Italiener daheim zu Gast beim Abendessen. Oft schlenderten wir vor Sonnenuntergang über die Felder und unterhielten uns über die Heimatstädte unserer Eltern oder über unsere Traumberufe. Er wollte damals Architekt werden und ich Arzt.

Meine Eltern schätzten meinen guten Kontakt zu meinen Klassenkameraden und ich hätte nicht gedacht, dass ich damit jemandes Missfallen erregen könnte – bis ich eines Tages von einem älteren Türken, der sich mit dem in den 90ern aufsteigenden politischen Islam in der Türkei identifizierte, etwas zu hören bekam, was mir das Blut in den Adern gefrieren ließ:

„Du kannst mit diesen Leuten nicht befreundet sein – denn im Koran steht: Nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden. Sie sind einander Freunde.“

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Das arabische Wunder (Sigrid Hunke)

am Dienstag, 05 Juli 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Inspirationen, Wissenschaft

Ein guter Freund hat mich mal gefragt, woher ich eigentlich meinen Optimismus in Sachen Vermittlung zwischen den Kulturen und einer zeitgemäßen Aufarbeitung des Islams bezöge, wo sich da draußen doch oft ein frustrierendes und trostloses Bild böte. Nun, vielleicht vermitteln folgende Zeilen von Sigrid Hunke zur Geschichte von Wissenschaft und Gelehrsamkeit im Islam einen Eindruck davon, was meinen Optimismus antreibt (wobei dieses Thema bei weitem nicht meine einzige Motivationsquelle ist). Dazu sei gesagt, dass ich so etwas durchaus differenziert betrachte - ich hasse es zu idealisieren, vielleicht weil mir Wahrheit attraktiver erscheint als Einfachheit. Ferner verwende ich das Folgende nicht um mich stolz auf eine Vergangenheit zu machen oder um etwaige Komplexe gegenüber dem "Westen" zu verarbeiten - warum sollte ich denn auch, sehe ich mich doch mit als ein Teil dieses Westens!

Nein, ich fasse das Folgende als ganz konkrete Handlungsaufforderung an mich selbst auf, freilich unter heutigen Bedingungen und unter Abstraktion vom damaligen politischen Kontext. Und das meine ich verdammt ernst. Der Inhalt folgender Zeilen gehört mit zu meinen Kriterien, an dem ich jeden messe, der heute im Namen des Islams reden möchte. Wer nicht den Horizont und den Glauben hat das Folgende als ernsthafte Perspektive auch für hier und heute zu betrachten, den nehme ich einfach nicht zu ernst. Punkt.

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Wohin mit Geert Wilders? Oder: Koranische Prinzipien zum Umgang mit Provokationen und Beleidigungen des Islams

am Samstag, 04 Juni 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Menschenrechte, Islamkritik, Koran, Fundamentalismus, Islamisches Recht, Weltpolitik

Aus aktuellem Anlass (Freispruch des Anti-Islamers Geert Wilders - ein anregender Kommentar von Serdar Güneş dazu hier) habe ich diesen Text nach oben gezogen. Et voilà:

 

"Und wenn du jene siehst, welche über unsere Botschaft spöttisch reden,
dann kehre dich von ihnen ab, bis sie ein anderes Gespräch beginnen..." (6:68)

"Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich.
Wehre (das Böse) mit Besserem ab,
und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war,
dir wie ein echter Freund werden.
Aber dies geschieht nur denjenigen, die standhaft sind,
ja nur Menschen von besonderer Begnadung." (41:34-36)

"Und Diener des Erbarmers sind diejenigen,
welche auf Erden bescheiden auftreten;
wenn die Ahnungslosen sie [provozierend] anreden,
entbieten sie ihnen den Friedensgruß (qâlû salâmâ)." (25:63)

Diese und weitere Koranverse widerlegen die von vielen Islamisten und Islamkritikern artikulierte Behauptung, dass der Koran keine Feindesliebe kenne und zudem einen unversöhnlichen, oder gar harten Kurs gegen Beleidigungen des Islams vorschreibe. Die Vertreter dieser Position behaupten unter Berufung auf Stimmen aus der islamischen Tradition, dass Toleranzverse wie die obigen mansûkh, d. h. in ihrer Gültigkeit von späteren (Kriegs-)Versen aufgehoben worden seien. Diese Auffassung erweist sich bei einem zweiten gündlicheren Blick auf den Koran als nicht zwingend, vielfach sogar als grundlegend falsch.

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Jenseits, Pflicht und Glücksstreben bei Kant und im Koran

am Samstag, 04 Juni 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Koran, Sinn des Lebens, Koranische Kosmologie, Theologie, Philosophie

Im Folgenden präsentiere ich euch den Beginn des Schlusswortes aus Immanuel Kants Kritik der praktischen Vernunft, einem der zentralen Werke der abendländischen Moralphilosophie überhaupt. Kant stellt hier in wunderschöner Prosa den Menschen in Bezug zur Natur auf der einen und Moral auf der anderen Seite und kommt zum Ergebnis, dass es die Moral im Sinne eines Handelns aus reinem Pflichtbewusstsein ist, die dem Menschen seinen eigentlichen Wert verleiht. Dieser Wert hebt den Menschen laut Kant über alles Vergängliche ab und weist auf eine ewige Seite von ihm hin - eine Seite, die die Vernunft zwar nicht beweisen, aber erahnen kann.

Kant formuliert in seinen moralphilosophischen Werken sowohl als Religions- wie auch als Moralphilosoph viele Gedanken, die nach meinem Dafürhalten eine verblüffende Ähnlichkeit mit einigen zentralen Positionen der islamischen Theologie haben. Als da wären:

* die Betonung des Vorrangs der praktischen vor der theoretischen Vernunft: Das Handeln in der rechten Absicht, d. h. in reinem Pflichbewusstsein genießt Vorrang vor der reinen Vernunfterkenntnis ("Primat der praktischen Vernunft").

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Koranische Inspirationen zum Umgang mit Leid und Glück

am Freitag, 03 Juni 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Koran, Inspirationen, Sinn des Lebens, Theologie

Heute am 3. Juni ist der Beginn dreier wichtiger Monate des islamischen Kalenders, nämlich Radschab, Schaban und Ramadan. Das möchte ich zum Anlass nehmen etwas weitgehend Unpolitisches und hoffentlich Erbauliches zu veröffentlichen.

Folgende beide mekkanische Suren, ad-duhâ und al-inshirâh, gehören zu meinen absoluten Lieblingspassagen des Korans. Sowohl ihre Bedeutung, als auch ihre rhythmisch verspielte Reimform im Arabischen machen sie seit meiner frühen Jugend zu einer großen Inspiration für mich. Wann immer ich mit meinem Latein am Ende bin, haben ad-duhâ und al-inshirâh noch einen weisen und befreienden Rat für mich parat. Sie sprechen in sanftestem Ton die schwachen und verletzlichen Seiten des Menschen an, erinnern dabei an den Wert der Dinge, die wir besitzen, und und aktivieren zumindest in mir einen geradezu kindlichen Optimismus und Tatendrang - sei es als Helfer für Bedürftige, als Beisteher für Probleme oder einfach als praktischer Macher.

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Sure 93: Der lichte Tag (ad-duhâ)

am Dienstag, 07 Juni 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Koran, Inspirationen, Sinn des Lebens

1. Beim lichten Tag!

2. Und bei der dunkelen Nacht, wenn sie still wird!

3. Dein Herr hat dich nicht verlassen und Er verabscheut dich nicht!


4. Und wahrlich, das Jenseits ist besser für Dich als das Diesseits.


5. Und dein Herr wird dir gewiss bald geben, und du wirst zufrieden sein.


6. Fand Er dich nicht als Waise und nahm dich auf?


7. Und fand Er dich nicht verirrt und leitete dich?


8. Und fand Er dich nicht arm und machte dich reich?


9. Daher, was die Waise anlangt, benachteilige sie nicht!


10. Und was den Bittsteller anlangt, weise ihn nicht ab!


11. Und was deines Herren Wohltaten anlangt, sprich darüber!

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Sure 94: Das Weiten (al-inshirâh)

am Dienstag, 07 Juni 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Koran, Inspirationen, Sinn des Lebens

1. Haben Wir dir nicht deine Brust geweitet?

2. Und deine Last von dir genommen,


3. Die so schwer auf deinem Rücken lastete?


4. Und (haben Wir dir nicht) dein Ansehen erhöht?


5. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung)!


6. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!


7. Und wenn du (mit etwas) fertig bist, dann bemühe dich weiter.


8. Und widme mich dich ganz deinem Herrn.

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Yusuf Islam alias Cat Stevens über Musik, Islam und Spiritualität

am Samstag, 30 April 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Musik

Dim lights

Yusuf Islam alias Cat Stevens: Father & Son (2008)

 

In der Süddeutschen Zeitung vom 1. April 2011 ist ein Interview mit Yusuf Islam (Künstlername: Yusuf) alias Cat Stevens erschienen, in dem es unter anderem um sein Verständnis von Islam und Musik geht. Das hat mich so begeistert, dass ich das Bedürfnis hatte einige Passagen davon wiederzugeben und einen Kommentar zu verfassen. Diesem Bedürfnis werde ich jetzt mit eurer Erlaubnis nachkommen. Et voilà:

"Im Interview mit Andrian Kreye spricht der Sänger Yusuf, ehemals Cat Stevens, über die Sinnsuche in der Popkultur der 1960er Jahre, über den Weg vom Buddhismus zum Islam und warum er nach 35 Jahren wieder auf Tournee geht.

Der Sänger Yusuf nannte sich früher Cat Stevens und galt als einer der wichtigsten Liedermacher der 1960er Jahre. Im Dezember 1977 bekehrte er sich zum Islam, nannte sich Yusuf Islam und kehrte der Musik den Rücken. Nun nennt er sich nur noch Yusuf, lebt mit seiner Familie in Dubai und kommt im Mai nach 35 Jahren erstmals wieder auf Deutschlandtournee. Da wird er wenige neue und viele seiner alten Songs spielen, wie "Morning Has Broken", "Moon Shadow" und "Peace Train".

Warum gehen Sie wieder auf Tour?

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Als Yusuf wieder zur Gitarre griff - ein Kommentar

am Samstag, 30 April 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Identität, Islamisches Recht, Musik

"Ich glaube, dass Musik vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Viele Muslime haben ihre Vorbehalte gegen Musik, weil sie Musik nicht wirklich kennen. Sie identifizieren Musik mit etwas, das ihnen fremd ist. Ich habe ja selbst jahrelang einer sehr starken konservativen Strömung im Islam gehorcht, die besagte, dass Musik verboten ist. Aber dann habe ich mich schlau gemacht und realisiert, dass die Wirklichkeit ganz anders ist. Es war ja auch das islamische Spanien, über das mit der Gitarre das Instrument nach Europa kam, auf dem heute die Rockmusik basiert. Nein, eine der großen Naturschönheiten in Gottes Universum ist nun mal die Musik." (Yusuf Islam, 2011)

Cat Stevens hatte nach seinem Übertritt zum Islam als Yusuf Islam seiner ehemaligen Musik mit Gitarren und profanen Texten abgeschworen. Dafür konnte man nun religiösen Gesängen von Yusuf Islam lauschen, die schlicht, wunderschön, aber auch betont weltabgewandt waren. Instrumente waren bei ihm lange Zeit nicht zu hören, und seine konsequente Beschränkung auf Percussion-Instrumente wie Trommeln zeigte vor allem eines: Hier sollte Musik so betrieben werden, dass man vom Standpunkt des klassischen islamischen Rechts der Rechtsgelehrten keine prinzipiellen Einwände erheben konnte.

Ich verstand Yusuf Islams damalige Sensibilität diesbezüglich, und respektierte sie - zumal er ja einen spirituellen Neuanfang in absoluter Reinheit suchte, und seine neue Musik ja gerade auch den  religiösen Muslime verständlich machen wollte.

Aber mich, der ich mich selbst als leidenschaftlichen  Musiker und zugleich als praktizierenden Muslim verstand, hat seine klare Beschränkung auf klassisch-fiqh-kompatible Musik auch etwas traurig gemacht, wenn nicht gar verletzt. Zu gerne hätte ich damals ein paar originelle Worte von ihm über Musik gehört - Worte, die über die klassischen Meinungen von Religionsgelehrten über die schädlichen Seiten von Musik hinausgingen. Für viele von ihnen gab es nämlich eine untrennbare Verbindung zwischen dem Musizieren an sich, und den der Musik von Menschen auferlegten Bedeutungen und Verwendungen für verschiedenste Formen von Unterhaltung, die moralisch bedenklich oder gar verwerflich sein konnten.

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Der Anfang aller Dinge, oder: Lesen Muslime wirklich den Koran?

am Freitag, 08 April 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Koran

Es wird oft behauptet, Muslime würden den Koran lesen. Der Koran sei ihr heiliges Buch: das reine, ewig gültige Wort Gottes, das alle Lebensbereiche regele und für den Moslem immer das letzte Wort habe. Was sonst sollten Muslime also lesen, wenn nicht den Koran? Außerdem werde doch an Koranschulen eben der Koran gelesen und studiert. Und es gäbe ja sogar Muslime, die den gesamten Koran auswendig beherrschten. Was könnte da noch falsch sein an der Feststellung, dass Muslime den Koran lesen?

Ganz einfach: Diese Behauptung beruht auf dem verbreiteten Irrtum, dass Muslime, die im Koran lesen, den Koran so lesen, wie man ein Buch für gewöhnlich liest: entschlüsselnd, verstehend, nachvollziehend. In Wirklichkeit lesen die meisten Muslime den Koran, so sie ihn denn lesen, im arabischen Original, also in einer Sprache, die sie nicht verstehen, aber dessen Schriftzeichen sie studieren und richtig auszusprechen lernen. Aber warum machen sie so etwas? Weil den Muslimen nicht nur der Inhalt, sondern schon der Wortlaut und somit insbesondere auch der Klang des Korans als göttlichen Ursprungs gilt.

Sein Klang, seine rhythmische Intensität, seine immanente Musik – sie alle machen ein Erleben des Korans aus, das nur der kennt, der die intimsten Momente islamischer Kultur miterlebt hat. Auch, wenn man den Koran nicht melodisch nach allen Rezitationsregeln des tadschvīd rezitiert, sondern ihn nur vor sich hin murmelt, wie es im Gebet meistens der Fall ist, macht man dies doch im Bewusstsein, dass da etwas von der Koranrezitation in das Herz und die Seele durchdringt und diese in einen Ort der Heilung und der Gegenwart Gottes verwandelt. Dieser durchaus mystische Gedanke hat seine theologische Basis, auch im klassischen sunnitischen Islam.

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Nicht schweigen, sondern reden über die deutsch-türkisch-islamische Identität (im Deutschlandradio Kultur)

am Donnerstag, 17 März 2011. Gepostet in Islamisches Leben, Integration, Identität

Am 17. März war ich mit folgendem Beitrag im Politischen Feuilleton im Deutschlandradio Kultur zu lesen und zu hören:

Deutschlandweit entstehen Lehrstühle für islamische Theologie und Islamunterricht wird als ordentliches Lehrfach eingeführt. Während dessen streiten sich unsere Spitzenpolitiker in regelmäßigen Abständen darüber, ob denn der Islam nun ein Teil deutscher Kultur sei oder nicht. Eigentlich sollte die Frage heute eher lauten, in welchem Sinne, und weniger, ob er ein Teil Deutschlands ist.

Wer verneint, dass der Islam hierzulande dazugehört, beschwört meist eine Leitkultur oder eine kulturelle Identität, in der allein Platz für urdeutsche und christliche, keinesfalls aber für muslimische Elemente ist. Gleichzeitig wird die Rolle des Islams bei Integrationsproblemen oft maßlos überschätzt. Die Botschaft lautet: Ohne Islam wäre alles viel besser in Deutschland. Eine solche Botschaft bleibt freilich nicht folgenlos.

Nicht nur religiöse, sondern auch liberale und säkulare Muslime empören sich und suchen zunehmend Halt in ihrer vermuteten eigenen kulturellen Identität. Unter dem Eindruck der Integrationsdebatte festigt sich auch bei ihnen der Eindruck, dass der Islam die Grenze zwischen Deutschen und beispielsweise Türken markiere. Aber ist das wirklich so?

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