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Enttäuschung über Erdoğan (Markar Esayan)

am Donnerstag, 16 August 2012. Gepostet in Türkçe

Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser aufgefallen, dass ich seit einiger Zeit keine Beiträge mehr über die Türkei schreibe. Mir ist die Lust darauf vergangen, weil ich jeden Tag fassungloser werde. Die AKP-Regierung schickte sich einst an aus der Türkei eine moderne Demokratie zu machen - und sie leistete hierzu auch hervorragende Dienste. Jedoch war es vielleicht doch zu schön um wahr zu sein. Mittlerweile haben mindestens drei Zeitungen regierungskritische Journalisten gefeuert bzw. durch Zensur rausgeekelt (Star: Mehmet Altan; Yeni Şafak: Ali Akel; Radikal: Yıldırım Türker). Auslöser ist ein tobender Premierminister Erdoğan und eine Reihe kuschender Chefredakteuere, denen die Harmonie mit der Regierung wertvoller ist als Meinungsfreiheit und demokratische Kritik an der selbst gewählten Regierung. Zum Kotzen. Taraf  (hier und hier) und Hasan Cemal von Milliyet (hier) haben die zensierten Texte aus Protest veröffentlicht. Aber was hilft's? Dem vermeintlich konservativ-liberalen Demokraten Erdoğan ist offensichtlich die Macht über den Kopf gewachsen, sein Innenminister vergleicht Kolumnen mit Patronen von Terroristen und überhaupt frägt man sich, ob die Türken je ohne Bevormundung leben, oder ob sie stets nur die Auswahl zwischen den einen selbstgefälligen Despoten oder den anderen haben werden. Syrien, Israel und Iran, und die mit Parlamentarierkidnapping und Terrorwahn durchdrehende PKK setzen dem Ganzen die Krone auf und ja: die türkische Politik macht gerade einen höchst überforderten Eindruck.

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Einen gesegneten Ramadan!

am Freitag, 20 Juli 2012. Gepostet in Türkçe, Islamisches Leben

Es folgt ein sehr amüsanter Motivationstext (auf Türkisch) zum heute beginnenden Sommer-Ramadan eines muslimischen Autors, der freitags bei Taraf unter dem Pseudonym "Ramazan Rasım" schreibt. Einfach toll! Ich habe aus diesem Text folgendes Motto für diesen Ramadan abgeleitet: Vergiss die bescheuerten Debatten den Medien und strafe sie mit maximaler Gleichgültigkeit. Genieße die kommende Zeit der frühmorgendlichen Sahurs, der abendlichen Iftars, der täglichen Gemeinschaft mit Familie und Freunden. Stelle dich der sicher auch anstrengenden Momente (aber scheue dich auch nicht im Zweifelsfall die Erleichterungen im Sinne der ebenfalls gebotenen Gesunderhaltung zu nutzen). Nutze die Chance zu einem spirituellen Neubeginn und einer Neubesinnung. Mache das, was sonst niemand macht, und wofür man dich eigentlich für verrückt erklären müsste. Und lass dir von nichts und niemandem die Laune verderben. Und gedenke deiner ersten Ramadanerfahrungen in deiner Kindheit. In diesem Sinne: allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Ramadan! (hier noch ein Text von mir zum Ramadan).

Ramazan Rasım schreibt:

"Bugün itibariyle kampa giriyoruz.

Bir ay boyunca nefisler sıkı bir idman yapacak, kondisyon tutacak.

Midemiz köfte, bağırsağımız şeftali, boğazımız karpuz isteyecek. Kulağımıza gelen yakası açılmadık bir havadis, başka kulaklara yayılmak için dilimizi kamaştıracak. Trafikte önümüze kıran şoför hakkında beynimiz her zamankinden daha yaratıcı küfürler bulacak. Aklımıza hiç denenmemiş “bugün işe gelemiyorum” yalanı gelecek. Beş insan büyüklüğündeki Adriana Lima, kuma uzandığı billboarddan gözlerimize davetkâr bir bakış fırlatacak.

O sırada Allahu Tealanın sesini duyacağız yine: Âdem oğlunun her ameli kendisi için, yalnız orucu benim içindir.

O halde oruç “Allah’ı mı daha çok seviyorsun nefsini mi?” sorusuna verilen en net yanıttır.

Etrafınızda size acıyan dostlarınız olacak. Onlara “Bana acımayın. Ben Afrikalı bir aç değil, cennette (eğer tabii TOKİ oraya da el atmazsa) villalar inşa ettiren kurnaz bir müteşebbisim” deyin.

“İftara kaç saat kaldı” diye güya sizinle dayanışmaya çalışırken gerilimi artıranlar olacak. Onlara “Allah’a hesap vermeye kaç saat kaldı” gibi kontr ataklarla karşılık verin.

Sık sık “Bu sıcakta vallahi işiniz zor” diyip vahlananlar olacak. Onlara “Vallahi size de helal olsun, o sıcaklarda sizin işiniz de zor olacak” diye takılın. (Tamam, tamam çok kötücül oldu, o kadarını yapmayın bari)

O kadar saat aç kaldıktan sonra tam sofra başına oturmuşken “Ama öyle çeşit çeşit yemeklerle oruç açılmaz” diye bir de takva dersi verenleri ise o taze patlıcanla, biberle yapılmış çömlekteki yaz güvecinden aldığınız ilk lokmadan sonra hatırlamayacaksınız bile.

Ağzınızın suyunu sildiyseniz devam edebiliriz.

Televizyonlardaki “muhabbetle kalın”lı, “değerli hocam”lı, altın varaklı programlardan, laik gazetelerin hidayet promosyonlarından, “Kabe’nin yolları bölük bölüktür” kıvamındaki Ramazan sayfalarından, “oruçlu adam dehşet saçtı” haberlerinden uzak durun.

İlahi Taraf geldi, batıl zail oldu.

Bizzat Allah için tuttuğunuz orucunuzla aranıza, Çanakkale’de cepheye gidiyormuş telaşesinde oruca hazırlık tavsiyeleri veren doktorları, orucu neyi bozup neyin bozmadığı konusundaki örnek vakaları artık ancak bilim kurgunun konusu olabilecek fıkıhçıları sokmayın.

İftar sofralarında kolektif oyuna, sahur sofralarında taktiğe, teravih için seçilen camide hatim indirilip indirilmediğine aman dikkat.

Geriye kalıyor 15 saatlik bir açlık. Bu yazıyı okurken bile 2 dakikası geçiverdi baksanıza.

Yeis yok. Yapamam, edemem yok. Yeşil sahanın ortasında omuz omuza verip birbirimize söz veriyoruz. Nefs İdman Yurdu Spor olarak yeni oruç sezonuna hazırız. Bu sezon gözümüzü kupaya diktik. Kadir Gecesi gülen taraf inşallah biz olacağız.

Haydi göreyim sizi. Ama bir zahmet iftardan sonra..."

(Quelle: www.taraf.com.tr)

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Von fliegenden Türken und dem zweiten aerodynamischen Gottesbeweis

am Dienstag, 09 August 2011. Gepostet in Türkçe, Türken

Gottesbeweise gehören zu den klassischen Themen der abendländischen Philosophie und der monotheistischen Theologien. Nun habe ich endlich einen originären Beitrag hierzu von einem türkischen Aristoteles (Kenner vermuten, dass es ich um Artistürk handelt, einem entfernten Verwandten des Aristarch von Samos) gefunden, den ich den nicht Türkisch sprechenden Lesern zuliebe übersetzt habe. Schließlich sollen ja auch die nicht Türkisch Sprechenden, die es hierzulande immer noch geben soll, in den Genuss der hier vorgetragenen Argumente kommen. Ich bin sicher, dass dies auch den letzten Skeptiker überzeugen wird :) "Abi" ist übrigens eine höfliche Anrede mit der ungefähren Bedeutung "großer Bruder". Et voilà:

Dim lights

"(mit hoher Stimme) Abi, abi, rette mich … (ruhiger) Gott, mein Herr… Abi, bei meinem Gott… ich mache die Augen zu…  MEIN GOOOOTTT, MEIN GOOOTT, HILF MIIIR… Wir stürzen ab, mein Gott… Abi, hören Sie auf damit… Mein Herz steht gleich still, bei Gott, mein Herz steht gleich still, mein Herz steht gleich still, bei Gott, mein Herz steht gleich still… wenn du deinen Gott liebst, Abiiiii! Abi, ich küsse deine Hände und Füße, Abiiiii-eiehhh… (Stille, Kontemplation)

Abi, ich küsse deine Hände und Füße... WENN DU DEINEN GOTT LIEBST… ICH LASSE MICH FALLEN, ICH LASSE LOS, MEIN GOTT… ich lasse das Gerät los, Abi… Ich flehe dich an, Abi… Ich flehe dich an, Abiii-eh… Abi, ich sterbe, Abiii… wenn du deinen Gott liebst, Abii… Mein Gott, mein Herr… Abi, mach das bitte nicht abi… bei Gott abi, tu es nicht… bei Gott, mein Herz steht gleich still..."

Noch nicht überzeugt? Dann hier noch ein zweiter Argumentationsgang - das in der Mitte ist übrigens nur ein leerer Sitz:

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Hafize halas Bericht von früher und heute (türkisch)

am Mittwoch, 22 Juni 2011. Gepostet in Türkçe, Türkei

Dim lights

Lebensweisheiten von Hafize hala

Eine meine Lieblingsbeschäftigungen in der Türkei ist es alte Menschen aufzusuchen und sie nach ihrer Vergangenheit und ihrem Bild von der heutigen Zeit zu befragen. Kürzlich bin ich auf einen Youtube-Clip der TRT1-Sendung Ömür dediğin (in etwa: das, was du Lebenszeit nennst) gestoßen, in dem eine total niedliche Hafize hala (Tante Hafize) aus dem Dorf in köstlichem Akzent der Schwarzmeerküste vom Leben gestern und heute berichtet. Sie erzählt von Erfahrungen bitterster Armut in ihrer Vergangenheit, von der Undankbarkeit der heutigen Jugend gegenüber dem Wohlstand, von ihrem Verehrer, den sie heiratete, von übers Handy flirtenden Jugendlichen und dem Moralverfall, von Krankheit und Tod, von verflogener Jugend und dem Altersheim - ich fand das so süß und bewegend, dass ich das unbedingt mit euch teilen wollte. Die Dudelsackmusik stammt übringens vom verstorbenen Kazım Koyuncu und ist nicht schottisch, sondern türkisch bzw lasisch! Leider gibt es das Video nicht auf deutsch, aber ein Blick hinein lohnt sich sicherlich auch für die nicht türkisch Sprechenden. (Die Krimi-Mordszene am Ende gehört übrigens NICHT zum Video.)

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