Avicenna mit sechzehn Jahren
am Dienstag, 06 Dezember 2011. Geschrieben in Inspirationen, Wissenschaft
Dies ist eine meiner Lieblingsstellen aus Ibn Sinas autobiografischem Bericht:
"Ich aber widmete mich dem Studium der Bücher,
der Grundtexte wie der Kommentare,
aus den Gebieten der Naturwissenschaft und Metaphysik,
und die Tore der Wissenschaft taten sich vor mir auf..."
(nach Gotthard Strohmaier: Avicenna, München 2006, S.23)
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Kommentare (1)
Der Satz könnte auch von dir stammen :)
Als Absolvent der Physik und Philosphie u.a.
Jetzt wo ich diesen Satz so lese, erinnert mich Ibn Sina irgendwie an Goethes Faust.
“Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel-
Dafür ist mir auch alle Freud entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.”
― Johann Wolfgang von Goethe, Faust I
Bei beiden Zitaten kan man eine sehr tiefe Sehnsucht nach Erkentnis, Wissenschaft und Wahrheit herausspüren. Wobei der Grundton bei Ibn Sina eher eine optimistische Haltung in Bezug auf das Erkennenkönnen "was die Welt [denn] im innersten zusammenhält" vermuten lässt.